5 Dinge, die ich auf meinem ersten Pressetermin gelernt habe

Mitte letzter Woche war ich bei meinem ersten Pressetermin. Eine offizielle Veranstaltung also, bei der irgendwer irgendwas der Öffentlichkeit vorstellen will und dafür eifrig Menschen von der Presse einlädt – zum Beispiel mich. Also, nicht persönlich, aber die Zeitung, für dich ich schreibe. Geschickt hat die dann mich und ich erzähl euch hier wie’s war.

Der 23. Juni war ein guter Tag. Ich hätte nervös sein und mich etwas hilflos fühlen können, war aber höchstens neugierig gespannt. Bei meinen ersten Termin, zu dem ich offiziell als Pressevertreterin eingeladen war, hab ich bequem in mir selbst geruht. Man muss auch mal Glück haben mit seinem Gemüt.

Wo war ich eigentlich?

In der Stadt, in der ich wohne, gibt es eine Beratungsstelle der Verbraucherzentrale. Die hilft Bürgerinnen und Bürgern zum Beispiel, wenn sie ihren Telefonvertrag nicht verstehen oder von einem Onlineshop über’s Ohr gehauen wurden. Zu ihrem zweijährigen Jubiläum lud die Beratungsstelle ein, inklusive Oberbürgermeister und Vertreter:innen der Presse. Für die Welt keine große Sache, lokal durchaus von Relevanz.

Ich wusste überhaupt nicht, was mich dort erwartet oder besser gesagt: Was von mir erwartet wird. Am Ende waren es ein paar offizielle Worte, eine spannende Präsentation und eine sehr knappe Runde für Fragen.

Fünf Dinge, die ich mitgenommen habe

Nummer 1: Ich war ein bisschen underdressed. Immerhin hatte ich eine halbwegs schicke Stoffhose an, ganz unschick geh ich selten zu einem Termin (aus Angst, als offensichtliche Berufseinsteigerin sonst nicht ernst genommen zu werden). Alle anderen waren aber nicht nur “nicht unschick”, sondern ziemlich förmlich gekleidet. Naja. Ich hoffe, beim nächsten Mal bin ich deswegen nicht overdressed.

Nummer 2: Wenn du als Pressevertreter:in eingeladen wirst, ist es schön, dass du da bist. Das Klischee ist zumindest in meinem Kopf eher der:die nervige Journalist:in mit unangenehmen Fragen (siehe Nummer 4). Der überschwängliche Dank an die Anwesenden der Presse kam für mich deshalb etwas unerwartet. Kaffee und Kaltgetränke am eigenen Sitzplatz und der grundsätzlich einladende Vibe der Veranstaltung waren zusätzlicher Balsam für meine Seele.

Nummer 3: Ein Laptop hilft. Ich wusste im Voraus nicht, ob ich einen mitnehmen darf und hab ihn deshalb einfach zu Hause gelassen. Im Endeffekt hat meine händische Mitschrift gereicht, so richtig schnell bin ich dabei aber nicht. Tippen wäre entspannter gewesen. Die Kollegen hatten zum Teil ihre Tablets dabei, mein Laptop hätte also sicher niemanden gestört.

Nummer 4: Ich will keine Journalistin werden, die auf Teufel komm raus kritische Fragen stellt. Bei den anwesenden Kollegen hatte ich den Eindruck, sie wollen das schon. Das klingt vielleicht so, als hätte ich den Job nicht verstanden (und wer weiß, vielleicht hab ich das auch nicht). Aber wenn ich nett zu den Leuten bin, sind sie meistens auch nett zu mir. Abhängig von der Geschichte muss es natürlich direkter zugehen. Trotzdem: Nicht überall wartet ein dunkles Geheimnis darauf, von der Presse in eine Schlagzeile verpackt zu werden.

Nummer 5: Journalist:in zu sein ist manchmal einfach so, wie aufmerksam Referaten zu lauschen. Wenn man sich inhaltlich gut vorbereiten kann, sollte man das natürlich tun. In diesem Fall gab es dafür aber nicht viel Material. Die Fälle, die der juristische Berater der Verbraucherzentrale für uns schilderte, waren allerdings so spannend, dass mir während des Vortrags automatisch Fragen einfielen, die ich hinterher stellen konnte – vergleichbar mit Referaten in der Uni.

Über den Tagesablauf richtiger Journalist:innen kann ich bisher nur Vermutungen anstellen (bis ich mich selbst so bezeichnen werde, müssen noch ein paar schlecht bezahlte Praktika und ein Volontariat ins Land gehen). Meine Vermutung ist aber: Termine wie dieser gehören für Lokaljournalist:innen zum täglichen Brot. Wenn die alle so sind, dann freu ich mich schon auf den Nächsten.

x, Annika 🌞

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