Happy belated birthday to me! Abgesehen davon, dass ich mich nicht fühle wie ein viertel Jahrhundert, hab ich kein Problem mit dem Älterwerden. Aber bitte: Wo zum F*ck sind die Jahre zwischen 20 und 25 hin?
Anfang August 1996 wurde ich in die letzten stolpernden Herzschläge eines bewegten Jahrtausends geboren. Fünfundzwanzig Jahre später klingt 1996 nach Mittelalter, ist alles auf der Welt vernetzt, das Klima ziemlich hoffnungslos im Eimer und ich irgendwo zwischen sehr und überhaupt nicht erwachsen.
Mit 21 ist mir aufgefallen: Hupsi, wenn jedes Jahr meiner Zwanziger so schnell vergeht, dann bin ich schneller 30, als ich gucken kann. Also hab ich eine Liste gemacht: Zehn Dinge, die ich in meinen Zwanzigern machen will. Da stehen quaterlife-typische Dinge wie “In eine eigene Wohnung ziehen” (hasn’t happened yet) neben once-in-a-lifetime Abenteuern wie “Einen Parabelflug machen” (hasn’t happened yet, either – mein 21-jähriges Ich wusste auch nicht, dass das mehrere Tausend Euro kostet).
In den letzten Tagen vor meinem 25. Geburtstag hab ich die Liste rausgekramt, um nachzugucken, wo ich zur Halbzeit stehe. Bisher habe ich: Wegen eines überwältigenden Ausblicks geweint, gesurft, ein wissenschaftliches Paper (mit)veröffentlicht, einen perfekten Tag gehabt. Und, ganz unscheinbar auf dem vierten Platz meiner Liste: Eine Geschichte geschrieben.
Schreiben, besonders Geschichten schreiben, war damals noch ein Wunschtraum. Etwas, wovon ich wusste, dass es mir Spaß machen würde – wenn ich nur irgendwann den Mut und die Inspiration dafür fände, es zu versuchen. Mittlerweile haben mir einige Menschen ihre Geschichten erzählt und ich habe sie aufgeschrieben. Hier, auf absatzeins, schreibe ich laufend meine eigene Geschichte. Insofern kann ich behaupten: Listenpunkt erledigt.
Ich will auch lernen, fiktive Geschichten zu schreiben: Inspiriert vom Leben, geboren aus meiner Fantasie. Vielleicht passiert das nicht mehr vor 30. Den Punkt auf der Liste würde ich trotzdem mit einem zufriedenen Lächeln abhaken, so stolz bin ich darauf, bis hierher gekommen zu sein. Es klingt dramatisch, aber seitdem ich schreibe, hab ich keine Angst mehr, unerwartet unerfüllt zu sterben.
Also: Here’s to 25, das Leben ist kurz. Wenn ihr das Geld für ein Ticket habt und euch schwerelos fühlen wollt, dann investiert in einen Parabelflug (sobald das klimaneutral geht, vielleicht). Wenn ihr das Geld für zwei Tickets habt, biete ich mich als moralische Unterstützung an.
x, Annika
