Wäre meine Motivation eine Farbe, wäre sie aktuell Kackbraun. Es ist Samstag Sehrspätnachmittag, der Sonntag rückt immer näher und es gibt noch keinen Beitrag für diese Woche. Sehr bezeichnend für die letzten vierzehn Tage: Ich habe wenig geschrieben, sowohl hier als auch anderswo.
Vom freien Arbeiten hab ich die letzten beiden Wochen fast komplett frei gemacht, um mit meiner Masterarbeit voranzukommen. Anfang August steht laut meinem (dachte ich) realistischen Zeitplan die Live-Schalte eines Onlinefragebogens an, mit dem die Arbeit steht und fällt. Blöd nur, dass ich seit ich Zeitungstechnisch weitgehend auf Tauchstation gegangen bin kaum mit der Vorbereitung des Fragebogens vorankomme.
Immer wenn ich Kurs auf meinen Schreibtisch nehme, ist mein Kopf plötzlich leer. Inzwischen sitzt mir das so im Nacken, dass ich nachts ständig von Reisen träume, für die ich fünf Minuten vor Abfahrt hektisch anfange zu packen. So sagt mir mein Unterbewusstsein jedes mal, dass es von meiner Prokrastination gestresst ist. Versucht da nebenher mal noch was Kreatives zu produzieren – ich kann’s jedenfalls nicht.
Zu viel und doch nichts vor
Anfang der Woche hab ich das Problem mit Hilfe von Instagram ein Stück weit selbst therapiert. Beim Erstellen einer Story hat’s mich wie ein Blitz getroffen: Mein Motivationsproblem mit der Masterarbeit liegt möglicherweise an der fehlenden Perspektive für danach. Kurz dachte ich, die letzten Wochen hätten meine Planlosigkeit nach dem Studium effektiv gedämpft. Aber ehrlich gesagt: So wirklich weiß ich immer noch nicht, wie’s hinterher weitergehen soll.
Wie immer, wenn ich mit den eigentlichen Aufgaben des Lebens überfordert bin, fallen mir aktuell tausend andere Dinge ein, die ich jetzt tun will. Vom simplen “Einfach mal wieder Zeichnen” bis zu – haltet euch fest – einer Buchidee. Verfolgen werd ich die aber erstmal nicht. Denn ich glaube, mein Gehirn trickst mich aus.
Indem ich mir fünfzigtausend Dinge zurechtlege, die ich während oder nach dem Studium tun will, komme ich am Ende zu Nichts. Weil ich mich einerseits nicht auf das fokussieren kann, was wirklich ansteht: Fertigstudieren. Und andererseits schon Monate im Voraus das Gefühl habe, mich zwischen zu vielen Möglichkeiten entscheiden zu müssen – nur um am Ende im Bett liegend die Decke anzustarren, damit der Entscheidungsmoment nie kommt.
Was ich also bräuchte, wäre ein bisschen mehr Leben im Jetzt und Vertrauen ins Später. Jetzt heißt: Masterarbeit. Jetzt heißt: Schreiben erstmal ausprobieren. Jetzt heißt: Vielleicht noch ein paar Jahre länger für den Berufseinstieg brauchen, anstatt alles parallel machen zu wollen.
Ok Gehirn, klingt gar nicht so schwer, oder?
x, Annika
